Das Projekt RealSnailMail von dem National Centre for Computer Animation der Bournemouth University aus England, sollte vielleicht dem einem oder anderen schon bekannt sein. Trotzdem möchte ich es hier im Rahmen der Vorstellung der verschiedenen Beiträge rund um das Internet der Dinge und der Technologie RFID nicht auslassen.

RealSnailMail ist wohl der unzuverlässigste Email-Dienst im Internet. Er soll uns Benutzern des Instant Messaging auf eine witzige Art und Weise zum Nachdenken über die vorherrschende Informationsflut und Schnelligkeit unserer heutigen Kommunikation bewegen. Das System funktioniert mittel echter Schnecken die jeweils einen RFID-Chip auf ihr Gehäuse geklebt haben. In ihrem Zuhause einem Terrarium sind zwei RFID-Lesegeräte installiert. Kriecht nun eine der Schnecken an einem Reader vorbei bekommt sie aus dem System eine Email zu gewiesen, die vorher ein Benutzer auf der Internetseite zum Versand aufgegeben hat. Der andere Reader im Terrarium wartet nun darauf, dass die Schnecke auch bei ihm vorbei kriecht, um damit den endgültigen Versand nun wieder in Lichtgeschwindigkeit auszulösen – und das kann dauern. Den derzeitigen Rekord hält die Schnecke Fred mit 109 Tagen 11 Stunden 56 Minuten und 11 Sekunden.
Das Projekt war so erfolgreich, dass die Schnecken laut der Internetseite dem Druck der Arbeit nicht mehr Stand halten konnten und deshalb keine neuen Emails mehr annehmen können. Laut einer Berechnung der Betreiber würde die nächste aufgegebene RealSnailMail aufgrund der Warteschlange von über 9.000 Mails beim Ende des Projekts erst irgendwann im Juni 2034 zu gestellt werden.
Ich finde diese Projekt ist wirklich eines der gelungensten Beispiele für Kunst im Zusammenhang mit der RFID-Technologie.
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