Vor gar nicht allzulanger Zeit war das Thema Internet der Dinge mit seinen Schlagwörtern Ubiquitous Computing, Pervasive Computing, Wearable Computing oder Ambient Intelligence ein heiß diskutiertes Thema. Die anfänglich starke gesellschaftliche Debatte auf breiter Basis findet heute nicht mehr statt. Aus diesem Grund soll der erste Beitrag eine Einführung in das Thema geben. Darauf folgende Artikel sollen dann die derzeitigen Anwendungsgebiete aufzeigen und versuchen zu begründen warum inzwischen eine gewisse Akzeptanz bzw. Gleichgültigkeit gegenüber diesem Thema in der Bevölkerung herrscht.
Erläuterung der Begrifflichkeiten:
Ubiquitous Computing bzw. Pervasive Computing
Einen relevanten Unterschied zwischen den beiden Begriffen gibt es nicht. Pervasive Computing ist lediglich die von der Industrie geprägte Variante des Ubiquitous Computing, die darauf zielt die Idee durch Verwendung vorhandener Mobile-Computing-Technologien schon kurzfristig nutzbar zu machen. Im Kern beschreiben beide Begriffe die allesdurchdringende Vernetzung des Alltags durch den Einsatz „intelligenter“ Gegenstände. Zukunftsvisionäre wie Mark Weiser († 27. April 1999) zeigten schon Anfang der 90er-Jahre Szenarien (The Computer for the 21st Century) auf, in denen der Mensch das Internet nicht mehr als Gegenstand seines alltäglichen Lebens wahrnehmen wird. Versteckt in so ziemlich allen Objekten um uns herum, sollen diese kleinen Computer uns Menschen bei der Bewältigung des Alltags unterstützen ohne selbst wahrgenommen zu werden. Waren die Computer der ersten Ära der PCs noch riesige Großrechner, die nur von Wissenschaftlern bedient wurden, folgten in der zweiten Ära die Desktoprechner für fast jeden Haushalt. So kann Ubiquitous Computing bzw. das Internet der Dinge nun als die dritte Ära der PCs gesehen werden, in der die vielen kleinen Computer eingebettet in unserer Umgebung vernetzt arbeiten und ein “Netz der Dinge” bilden.
Wearable Computing – tragbare Computersysteme
Jacken, Brillen und Hosen – im besten Fall sollen in Zukunft alle unsere Kleidungsstücke mit kleinen Computern versehen sein. Das entscheidene hierbei ist, dass es sich meistens nicht um Computer handelt, die zur Bedienung für eine bestimmte Tätigkeit dienen, sondern wie schon beim Ubiquitous Computing eher unbewußt unterstützend bei einer Tätigkeit in der realen Welt helfen sollen. Je nach Anwendungsfeld können diese intelligenten Kleidungsstücke den Träger orten, seinen Puls, hohe Temperaturen oder starke Erschütterungen messen. So etwas kann nicht nur für Berufsbekleidung (zum Beispiel in einem Feuerwehranzug) lebensrettend sein, sondern nach Ansicht der Konsumindustrie natürlich auch wunderbar zur Erstellung von Bewegungs- und Kaufprofilen dienen.
Ambient Intelligence
Der Begriff Ambient Intelligence ist ebenso wie das Internet der Dinge ein Oberbegriff für die oben erklärten Begriffe Ubiquitous Computing, Pervasive Computing und Wearable Computing.
Positive oder negative Vision?
Alle vorgestellten Teilgebiete der Next Generation Media haben die gleiche positive Vision. Durch die Kommunikationsfähigkeit aller Gegenstände in Kombination mit einer gewissen Intelligenz soll unser Alltag spürbar erleichtert werden. Gewisse komplexe Tätigkeiten des Alltags sollen mit einer gewohnten Leichtigkeit wie beim gehen oder essen bewältigt werden können. Aber nicht nur Kritiker solcher Zukunftsvisionen merken an, dass die Komplexität dieser vernetzten Umgebung und ihre Gefahren nicht annährend zum heutigen Zeitpunkt abgeschätzt werden können. Was passiert wirklich, wenn die Objekte in meiner Umgebung nicht nur wissen, wo sie sich gerade befinden, wo sie herkommen, wem sie gehören und dazu noch die Möglichkeit besteht mit allen anderen Gegenständen in ihrer Umgebung diese Daten auszutauschen?
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