Als wir im Büro uns über das iPad unterhalten haben, waren wir alle tendenziell davon überzeugt, dass das Gerät viele Sachen nicht kann. Nun sind ein paar Tage vergangen und nach etwas genauerer Beschäftigung mit diesem Thema wird klar, was Apple mit dem iPad bezweckt. Es ist wohl das Gleiche was Sie ohne Zweifel mit dem iPhone & iTunes geschafft haben – nähmlich dem (Musik)Markt zu revolutionieren.
In diesem Zusammenhang ist das Beispiel von Wired Magazine besonders interessant. Die erste elektronische Ausgabe soll schon im Sommer erscheinen und trotz der umfangreichen, neuen Möglichkeiten die dieses Format bietet – Videoeinbindung, zoombare Bilder, interaktive Verknüpfungen usw. – wesentlich günstiger sein als das gedruckte Heft.
Apples Modell mit Anbindung an den iTunes-Store hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber ähnlichen Versuchen der Verlagsindustrie im Internet Geld zu erwirtschaften. Der Vertrieb ist – zumindest nach bisherigen Verlautbarungen eine DRM geschützte Sackgasse. Ein verkauftes PDF dagegen kann vom Käufer kopiert und kostenlos weiter verteilt werden. Plattformen wie issuu zielen nicht unbedingt auf die Interessen der Verlage, sondern viel mehr auf den freien Community-Gedanken. Apple hingegen will die Magazine auf das iPad bringen und dort auch belassen. Ähnlich wie bei dem iPod wird das kopieren, tauschen usw. nicht möglich sein. Damit bieten sie den Verlagen ein lukratives und funktionierendes Vertriebssystem das noch dazu ihre Inhalte schützt. Ein Modell, dass die Verlage und Rechteinhaber nie erfolgreich alleine auf die Beine stellen könnten. Auch hier nochmal der Vergleich zur Musik: Während das verlagseigene Napster mit wenigen Zehntausend aktiven Kunden vor sich hin dümpelt, erwartet iTunes dieser Tage den 10 Milliardsten Musik-Download.
Das Interessante bei der Wired Präsentation ist aber, dass das Mag offensichtlich mit Indesign produziert wird, anders ist der Adobe Mitarbeiter nicht zu erklären. Diese Tatsache weckt Flash-Hoffnungen. Ein sehr großer Teil der Verlage arbeitet mit Indesign (gibt es Quark überhaupt noch?), eine Einbindung und Export interaktiver Daten ist jetzt bereits dank Flash möglich.
Also der leise Wunsch zum Abschluss: Ich hoffe, dass der umgekehrte Weg bei Adobe CS5 – aus Flash Apple-Apps zu erstellen reibungslos gelingen wird.
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